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Kurzumtrieb (Energiewald)

 

rechtliche Grundlagen:

Auf EU-Ebene werden Kurzumtriebsplantagen (Flächen mit Niederwald im Kurzumtrieb) durch die Verordnung (EG) Nr. 73/2009 als beihilfefähige Dauerkultur festgelegt. Die Flächen müssen dafür mit schnellwüchsigen Forstgehölzen bepflanzt sein und dürfen eine Umtriebszeit von 20 Jahren nicht überschreiten.

Durch die Postulierung des neuen Waldgesetzes im Juni 2010 wurden in der Bundesrepublik Deutschland Kurzumtriebsplantagen explizit aus dem Waldbegriff ausgenommen (Änderung zum Bundeswaldgesetz u.a. hier online verfügbar). Die bisherige Unklarheit in bezug auf die Rechtslage hat sich damit aufgelöst. Die vorherige Flächenklassifizierung bleibt auch mit dem Betrieb einer Kurzumtriebsplantagen (bei Umtriebszeiten < 20 Jahre) erhalten Durch die Neuformulierung des Bundeswaldgesetzes sollte sich auch die Regelung zur Verwendung des Pflanzgutes geändert haben. Bisher wurde die Verwendung des Pflanzgutes durch das Forstvermehrungsgesetz (FoVG) geregelt. Sowohl die Pappel (auch Pappelhybride) als auch die Robinie unterliegen den Regelungen des Gesetzes. Das Forstvermehrungsgesetz gilt jedoch nur, solange die Nutzung des Pflanzgutes forstlichen Zwecken unterliegt. Damit sollte sich im Zuge der Neuformulierung des Bundeswaldgesetzes auch die Zuständigkeit des Forstvermehrungsgesetzes für das Pflanzgut in Kurzumtriebsplantagen geändert haben.

 

Grundlagen Biomasseproduktion durch schnellwachsende Baumarten:

Das Produktionsprinzip basiert auf der Niederwaldbewirtschaft, d.h., der planmäßigen Gewinnung von Brennholz aus dem Wald und der Regeneration des Bestandes durch Stockausschlag.

Für die Nutzung in Kurzumtriebsplantagen eigenen sich vor allem die so genannten schnellwachsenden Baumarten (swB). Dies sind Baumarten, welche ihr Zuwachsmaximum bereits in der Jugendphase erreichen und somit besonders für die Bewirtschaftung in kurzen Umtriebszeiten geeignet sind.

Anforderungen an Baumarten im Kurzumtrieb:

  • hohe Biomasseleistung
  • hohe Anwuchsrate und rasches Jugendwachsum
  • Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung (Stockausschlag)
  • Konkurrenverträglichkeit im Dichtbestand
  • gutes Regenerationsvermögen nach Beerntung
  • Früh- und Spätfrostresistenz
  • ...

Von den in Frage kommenden Arten eigenen sich in den mittleren Breiten vor allem die Pappel (besonders Balsampappel), die Robinie sowie die Weide.

Die Auslegung des Pflanzrasters wird entscheidend durch das Produktionsziel sowie die vorhandene Erntetechnik bestimmt.            Zur Produktion von Schwachholz (Energieholz) kann auf enge Pflanzverbände mit kurzen Umtriebszeiten zurück gegriffen werden. Die Produktion von Industrieholz erfordert dagegen weitere Pflanzabstände und längere Umtriebszeiten.

 

Flächenbewirtschaftung:

Bei der Bewirtschaftung einer Kurzumtriebsplantage können grob vier Arbeitsschritte unterschieden werden.                                               Zur Vorbereitung der Flächen reicht für gewöhnlich eine einmalige Pflügung im Herbst aus. Direkt vor der Pflanzung erfolgt eine Lockerung des Bodens mittels Egge oder Grubber.                             Die Bepflanzung der Flächen (auch Bestockung genannt) erfolgt normalerweise im Frühjahr. In Abhängigkeit vom angestrebten Produktionsziel (Schwachholz oder Industrieholz) werden dafür Stecklinge (Länge ca. 20cm) oder Setzstangen (Länge 1m - 1,20m) verwendet. Die Pflanzung kann sowohl manuell als auch mit speziell angepassten Pflanzmaschinen vorgenommen werden.                           Eine Pflege des Bestandes ist in der Regel nur in der Etablierungsphase notwendig. Im ersten Jahr ist meist eine Unkrautbekämpfung zur Unterdrückung des Begleitwuchses erforderlich. In den folgenden Rotationen ist das Stockausschlagvermögen der Pflanzen hoch genug um etwaig noch vorhandenes Unkraut zu unterdrücken. Eine Düngung oder Bewässerung der Bestände sollte zur Minimierung des Bewirtschaftungsaufwandes nur in Notfällen, z.B. bei extremer Trockenheit während der Bestandsetablierung, vorgenommen werden. Die Ernte erfolgt in der Vegetationsruhe im Winter, d.h. im laublosen Zustand. Die Wahl des Ernteverfahrens ist dabei abhänging von der Flächengröße, dem Pflanzraster sowie der vorhanden Erntetechnik. Bei Flächen > 2ha sollte eine maschinelle Ernte angestrebt werden, für Kleinstflächen kann auch eine motormanuelle Beerntung vorgenommen werden.                                                                                                     Nach der angestrebten Nutzungsdauer muss der nach der letzten Ernte vorhanden Bestand aufgelöst werden. Dies geschieht gebräuchlicher Weise durch das Zerkleinern der Wurzelstöcke mittels einer Bodenfräse. Eine Rückführung in eine landwirtschaftliche Nutzung ist danach problemlos möglich.

 

ökologische Betrachtung:

Im Vergleich zur konventionelle Landwirtschaft handelt es sich bei Kurzumtriebsplantagen um extensive Produktionssysteme. Die fast ganzjährig vorhandene Bodenbedeckung sorgt für reduzierte Erosionsraten und erhöht die Versickerung. Daneben kommt es durch den Verbleib der Wurzelstöcke im Boden über die Nutzungsdauer zu einer Anreicherung an organischem Material sowie zu einer allgemeinen Verbesserung der bodenphysikalischen Eigenschaften.                                                                                      Die eingesetzten Mengen an Pflanzenschutz- und Düngemitteln werden durch die (quasi) nicht notwendige Bestandspflege stark reduziert.

Dem gegenüber steht ein in der Regel erhöhter Wasserverbrauch und damit vor allem in niederschlagsarmen Regionen eine reduzierte Grundwasserneubildung. Bei einem Krankheitsbefall kann es durch den Einsatz von meist nur wenigen verschiedenen Pflanzen teilweise zu großflächigen Ausfällen kommen. Dies kann unter anderem durch eine Mischung der Bestände (mit unterschiedlichen Pflanzen oder Hybriden) verhindert werden.

 

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 Kurzumtriebsplantage im ersten Bestandsjahr

Kurzumtriebsplantage im ersten Bestandsjahr

Quelle: Christian Ihl | 3N-Kompetenzzentrum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ernte einer Kurzumtriebsplantage mit Claas Jaguar

Ernte einer Kurzumtriebsplantage mit Claas Jaguar

Quelle: Claas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzumtriebsplantage nach Teilbeerntung

Kurzumtriebsplantage nach Teilbeerntung

Quelle: Christian Ihl | 3N-Kompetenzzentrum